GNOMensemble: Stockhausen Kompositionen


  Freitag, 07.Sep.07
  Veranstaltungsraum
  07. September 2007 21.00 Uhr

GNOM Gruppe für Neue Musik Baden präsentiert:

Kontakte: Kompositionen von Karlheinz Stockhausen
damals Experimente - heute Klassiker: Stockhausens elektronische Kompositionen im Dialog mit den akustischen Instrumenten des GNOMensembles.

GNOMEnsemble:
Petra Ronner (Klavier)
Beat Fehlmann (Klarinette und Klangregie)
Martin Lorenz (Schlagzeug und Elektronik)


Programm:
Karlheinz Stockhausen
Etude (1952)

Karlheinz Stockhausen
Nr. 29 Pole
Für zwei Spieler (1969/70)

Karlheinz Stockhausen
Studie 1 (1953)

Karlheinz Stockhausen
Nr. 14 "Aus den sieben Tagen"
für Ensemble (1968)

- Pause -

Karlheinz Stockhausen
Nr. 12 Kontakte für elektronische Klänge,
Klavier und Schlagzeug (1960)
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Martin Lorenz Beat Fehlmann  
Martin Lorenz
Beat Fehlmann


 

Petra Ronner  Petra Ronner



Martin Lorenz Beat Fehlmann
 
Martin Lorenz
Beat Fehlmann

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  GNOM Gruppe für Neue Musik Baden präsentiert:

Kontakte: Kompositionen von Karlheinz Stockhausen (1928)




Programm:

Karlheinz Stockhausen
Etude (1952)

Karlheinz Stockhausen
Nr. 29 Pole
Für zwei Spieler (1969/70)

Karlheinz Stockhausen
Studie 1 (1953)

Karlheinz Stockhausen
Nr. 14 "Aus den sieben Tagen"
für Ensemble (1968)

- Pause -

Karlheinz Stockhausen
Nr. 12 Kontakte für elektronische Klänge,
Klavier und Schlagzeug (1960)










GNOMEnsemble:
Petra Ronner (Klavier)
Beat Fehlmann (Klarinette und Klangregie)
Martin Lorenz (Schlagzeug und Elektronik)







Karlheinz Stockhausen
Etude (1952)

Stockhausens Etude gehört in die Reihe einiger seriell strukturierter Tonbandkompositionen, die in den frühen fünfziger Jahren im Pariser Studio für konkrete Musik entstanden sind; schon vorher entstanden waren die Etudes I et II von Pierre Boulez (1951) sowie die Kompositionen Antiphonie (1951) und Vocalises (1952) von Pierre Henry. In allen diesen Werken geht es um die Entwicklung kohärenter und homogener Materialstrukturen. Dieses Ziel nennt auch Stockhausen in seiner Einführung zur Etude. Er geht noch weiter, indem er Homogenität zwischen den Details der Klangorganisation und dem Gesamtzusammenhang der Werkorganisation fordert, und er fährt fort:
Es darf also nicht mehr möglich sein, daß der Klang im Laufe seiner zeitlichen Entfaltung in unbestimmter Weise seine Klangfarbe oder seine Lautstärke verändert. Das bedeutet, daß man die Natur des Klanges dekomponieren muß. (Wir sprechen hier von einem aufgenommenen Klang.) Man muß den Klang außerhalb des Zeitverlaufes stellen, sich seinem individuellen Leben von Null aus nähern. Sein individuelles Leben in der Zeit verbleibt immer außerhalb des Werkes. Der Klang muß das Resultat einer künstlerischen Absicht sein.

Der Versuch, eine Komposition vom klanglichen Detail bis hin zum formalen Gesamtzusammenhang konsequent aus einer einzigen Werkidee abzuleiten, führt zur Distanzierung von den bekannten Möglichkeiten der Vokal- und Instrumentalmusik und zur Komposition im elektronischen Studio. So wie einst in der Zwölftonmusik Schönbergs und seiner Schüler der Komponist für jedes neue Werk eine neue, unwiederholbare Intervallstruktur erfinden mußte, sollte jetzt der Komponist integral-serieller Musik für jedes neue Werk neues, nach unwiederholbaren Organisationsprinzipien hergestelltes Klangmaterial schaffen. Dieser auf technischem Wege produzierte Klang ist einerseits Keim eines größeren Werkzusammenhanges, andererseits abgeleitet aus einer ursprünglichen, alle Dimensionen der Komposition regulierenden Werkidee: Wenn man noch weiter geht, muß man sagen, daß die musikalische Situation nur eine Konsequenz erlaubt: Für jedes musikalische Werk gibt es nur einen bestimmten Klang oder eine bestimmte Gruppe von Klängen. Dieser Klang oder diese Gruppe von Klängen wird determiniert durch die Idee des Werkes, d. h. durch seine gesamte Organisation. Die Grenze der Organisation reicht weiter als die Grenze des intellektuellen oder sinnlichen Hörens.



Karlheinz Stockhausen
Nr. 14 "Aus den sieben Tagen" für Ensemble (1968)

Aus den sieben Tagen ist eine Sammlung von 15 Text Kompositionen komponiert im Mai 1968 in Reaktion auf eine persönliche Schaffenskrise und charakterisiert als "intuitive Musik". Oft als Meditationsübungen betrachtet, beschreiben die meisten dieser Texte spezifische Musikalische Vorgehensweisen. "Ich will kein spiritistisches Sitzen - ich will Musik! Ich meine nichts Mystisches sondern eine unmittelbare Direktheit, aus konkreter Erfahrung.


TREFFPUNKT

Alle spielen denselben Ton
Führe den Ton, wohin Deine Gedanken
Dich auch führen
Verlasse ihn nicht, bleibe bei ihm
Komme immer wieder
zum gleichen Ort zurück


VERBINDUNG

Spiele eine Schwingung im Rhythmus Deines Körpers
Spiele eine Schwingung im Rhythmus Deines Herzens
Spiele eine Schwingung im Rhythmus Deines Atems
Spiele eine Schwingung im Rhythmus Deines Denkens
Spiele eine Schwingung im Rhythmus Deiner Intuition
Spiele eine Schwingung im Rhythmus Deiner Erleuchtung
Spiele eine Schwingung im Rhythmus des Universums

Mische diese Schwingungen in freier Reihenfolge
Lasse zwischen ihnen genügend Stille


INTENSITÄT

Spiele einzelne Töne
so hingegeben
bis Du die Wärme spürst
die von Dir ausstrahlt
Spiele weiter und erhalte sie
solange du kannst


UNBEGRENZT

Spiele einen Ton
mit der Gewissheit
dass du beliebig viel Zeit und Raum hast



RICHTIGE DAUERN

Spiele einen Ton
Spiele ihn solange
bis Du spürst
dass Du aufhören sollst

Spiele wieder einen Ton
Spiele ihn so lange
bis du spürst
dass Du aufhören sollst

Und so weiter
Höre auf
wenn du spürst
dass Du aufhören sollst

Ob Du aber spielst oder aufhörst
Höre immer den anderen zu

Spiele am besten
wenn Menschen zuhören

Probe nicht


SETZ DIE SEGEL ZU SONNE

Spiele einen Ton so lange
bis du seine einzelnen Schwingungen hörst

Halte ihn
und höre auf die Töne der anderen
auf alle zugleich, nicht auf einzelne
und bewege langsam Deinen Ton
bis du vollkommene Harmonie erreichst
und der ganze Klang zu Gold
zu reinem, ruhig leuchtendem Feuer wird







Karlheinz Stockhausen
Studie 1 (1953)

Die »Studie I« (Sommer 1953) ist die erste Komposition mit Sinustönen. Aus einfachstem elektroakustischem Grundmaterial werden die Klangfarben für eine Komposition synthetisch erzeugt und in ihrer Zusammensetzung vom Komponisten bestimmt. Die bewußte musikalische Ordnung dringt bis in den mikroakustischen Bereich der Klangmaterie.__Eine zweite grundlegende Methode elektronischer Klangerzeugung basiert nicht auf der Addition von Sinusschwingungen zu »stationären Klängen« und »Tongemischen«, sondern auf der Zerlegung des »weißen Rauschens« in »farbiges Rauschen«. Hierzu sind elektrische Filter notwendig, die das »weiße Rauschen« in Geräuschbänder beliebiger Bandbreite und Dichte zerlegen lassen - der Prismen-Zerlegung des weißen Lichts in farbiges Licht vergleichbar. In der Studie II wurde - in Ermangelung genügend differenzierter Filtersysteme - ein besonderes Verfahren zur Erzeugung nichtstationärer Schallvorgänge angewendet, das es ermöglichte, die Familie der Geräusche in die Komposition einzubeziehen. Es werden also nicht möglichst verschiedene und fremdartige Klänge gesucht, vielmehr ist eine äußerste Einheitlichkeit der Klangmaterie und ihrer Form angestrebt.



Karlheinz Stockhausen
Nr. 29 Pole für zwei Spieler (1969/70)

Pole für zwei gehört zu den sogenannten Prozesskompositionen Stockhausens und entstand im Hinblick auf die Weltausstellung in Osaka 1970, bei der die damalige Stockhausen-Gruppe den deutschen Pavillon über die gesamte Dauer der Ausstellung mit Musik ausfüllte. Wie bereits in Kurzwellen (1967), stehen die Musiker mit der Außenwelt in Kontakt, da sie immer wieder Signale von einem Kurzwellenempfänger aufgreifen und in ihr Spiel einbeziehen. Sowohl dieses äußere Material als auch die Klanghervorbringungen des Mitspielers werden ständig, nach Angaben der Partitur, verändert. Das Klangmaterial ist also weitgehend unbestimmt, doch folgt der Gesamtverlauf des Klanggeschehens einem vom Komponisten vorgezeichneten Prozeß, der mit seinen graduellen Transformationen und Sprüngen deutlich die Handschrift Stockhausens trägt.
Für den Pavillon in Osaka wurde eine spezifische Klangrotationsmaschine entworfen, die es erlaubte, die Klänge über die zur Verfügung stehenden acht vertikal angeordneten Lautsprecherkreise zu verteilen. Für den normalen Konzertgebrauch kann die Anzahl auf eine einzige Schallquelle reduziert werden.


Karlheinz Stockhausen
Nr. 12 Kontakte für elektronische Klänge, Klavier und Schlagzeug (1960)
Eine Reihe von Kontaktformen vermittelt zwischen elektronischer Musik - die aus 4 Lautsprechergruppen im Umkreis der Zuhörer abgestrahlt wird und Instrumentalmusik, die von einem Schlagzeuger und einer Pianistin gleichzeitig während der Aufführung gespielt wird. Sechs instrumentale Klangkategorien sind verwendet: Metallklang - Metallgeräusch, Fellklang - Fellgeräusch, Holzklang - Holzgeräusch; das Klavier soll diese Kategorien verbinden, aufspalten oder Signale des Zusammenspiels geben.
Die elektronischen Klangkategorien stellen Verwandtschaften und Übergänge zwischen den instrumentalen her, verschmelzen mit ihnen und entfremden sich in bisher unbekannte Klangräume. Während sich in der elektronischen Musik 5 räumliche Bewegungsformen in differenzierten Geschwindigkeiten und Richtungen auf immer neue Art tangieren (Rotation, Schleifenbewegung, Alternation, fixe Quellen getrennt - aus allen verschiedenes -, fixe Quellen verbunden - aus allen dasselbe -, Raumpunkte vereinzelt), stellen die Instrumentalisten starre Klangquellen im Raum dar.
Petra Ronner (Klavier)
Ausbildung zur Pianistin bei Tomas Bächli und Werner Bärtschi. Konzerte mit vokaler und instrumentaler
Kammermusik mit Schwerpunkt im Bereich der zeitgenössischen Musik. In jüngster Zeit Realisierung von Auftragskompositionen von Annette Schmucki und Alfred Zimmerlin, Konzerte und Workshops mit Cage's „Sonatas and Interludes for prepared piano“ und zahlreiche Programme mit Melodramen und eigenen Kombinationen von gesprochener Sprache und Klaviermusik. Klangkonzepte und Theatermusik für das Theater St.Gallen. Sie unterrichtet Klavier und Kammermusik an der Kantonsschule Stadelhofen in Zürich sowie ‚Ton und Komposition' an der Abteilung Innenarchitektur der Hochschule für Gestaltung und Kunst HGK Basel

Beat Fehlmann (Klarinette)
Beat Fehlmann wurde 1974 in Aarau geboren.
Er studierte Klarinette, Dirigieren und Komposition.
Meisterkurse besuchte er bei P. Eötvös, S. Sciarrino und P. Dusapin. Er erhielt Auszeichnungen für das Orchesterwerk „mosaïque“ sowie 2002 einen Beitrag an das künstlerische Schaffen des Aargauer Kuratoriums. Fehlmann ist seit 1998 in der Programmkommission von GNOM tätig. Zurzeit lebt er in Basel.


Martin Lorenz (Schlagzeug)
Geboren 1974, studierte Schlagzeug am Konservatorium Zürich, am Conservatiore National de Région Rueil Malmaison, Paris und am Conservatorium van Amsterdam. Sein Interesse für das Musiktheater führte ihn zu Meisterkursen bei Jean-Pierre Drouet und Georges Aperghis. Konzerte mit dem Collegium Novum Zürich, dem Ensemble Klangheimlich Bern und im Duo mit dem Akkordeonisten Mario Porreca. Zusammenarbeit mit Komponisten wie Michael Heisch, Daniel Mouthon,
Urban Mäder, Rolf-Urs Ringger, Jalalu Kalvert Nelson und
Daniel Weissberg. Auftritte in der Schweiz, Deutschland, Japan, Türkei, Ägypten und am Lucerne Festival 2001.


 
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