HackteriaLab 2011: Lab-Sculpture


  Samstag, 06.Aug.11 - Sonntag, 07.Aug.11
  Ausstellungsraum
  Samstag 6. und Sonntag 7. August, 14:00 - 20:00 Uhr

Nach einer Woche im Retreat zieht das «HackteriaLab» für ein Wochenende in den Kunstraum Walcheturm und zeigt ihre kollaborative «LabSculpture», eine Kombination aus Pilzen, Bio-Prototypen, Mikro-Ökosystemen, Artefakten, und Apparaturen. Ein selbstgebautes Garagen-Labor für Künstler, Hacker und Bastler an der Schnittstelle von Kunst und Lebenswissenschaften.

Teilnehmende: der Künstler Andy Gracie (UK,ES), der Künstler/Komponist Yashas Shetty (IN), die Forscherin Sachiko Hirosue (JP/CH), die Biochemikerin/Künstlerin Špela Petric; (SLO), Mac Cowell (USA), Mitbegründer von DIYbio.org, der (Sound)Künstler Øyvind Mellbye (NO), der Naturforscher/Künstler Antti Tenetz (FIN), sowie Christian Faubel (DE), Kuaishen Auson (DE), Verena Friedrich (DE), Maja Smrekar (SLO), das New Media Art Laboratory in Yogyakarta HONF (IND) mit Muhammad Hidayat (Togar), Nur Akbar Arrofatullah, weiter Ivan Henriques (BR/NL), Alejo Duque (COL/CH), Urs Gaudenz (CH), Aurelio Lucchesi (CH), Brian Degger (UK), Georg Dietzler (DE) und viele mehr.

[http://hackteria.org/]
   detailed description 











 
  Das 2009 von Andy Gracie, Marc Dusseiller und Yashas Shetty initiierte Projekt «Hackteria – Open Source Biological Art» hat es sich zum Ziel gesetzt, einfache und erschwingliche Werkzeuge, Praktiken und Informationen bereit zu stellen, damit Künstler/innen, Hardware Hacker und Amateurwissenschafter/innen mit Mikroorganismen in sinnvollen und bedeutsamen Weisen arbeiten können.

«Hackteria» gehört zu den gegenwärtig sich entwickelnden DIY-Biologie-Projekten wie z.B. DIYbio.org und verortet seine Do-It-Yourself-Biologie in der Kunst. Bio-Kunst floriert als Kunstform seit einiger Zeit. Sie setzt sich mit einer Reihe von Disziplinen der so genannten Life Science auseinander (neben Biologie sind das auch Biomedizin, Biochemie, Molekularbiologie, Biophysik, Bioinformatik oder Biodiversitätsforschung). Dazu einen Zugang zu finden ist ein zeitaufwändiges und diffiziles Unternehmen für Künstler/innen und Amateure abseits institutionalisierter Forschung. Mit der Entwicklung von Open-Source-Techniken öffnet «Hackteria» den Zugang zu biologischen und künstlerischen Methoden, macht sie erreichbar und erschwinglich.

Der Name «Hackteria» setzt sich zusammen aus den englischen Begriffen ‹hacking› und ‹bacteria›. Das Ziel von «Hackteria» ist es, im Internet verschiedene Ressourcen, Hilfs- und Betriebsmittel bereit zu stellen, damit Leute ihre eigenen DIY-Bio-Kunstprojekte und Open-Source-Software entwickeln und Experimente mit Elektronik machen können. «Hackteria» funktioniert als Community und fördert Kollaborationen zwischen Wissenschafterinnen, Hacker und Künstlern zum Austausch von Fachwissen und einfacher Tricks und Instruktionen für die Arbeit mit Life Science Technologien.

Mit zahlreichen Workshops, Präsentationen und Kooperationen mit Festivals u.a. wurden die Bestrebungen von «Hackteria» in den letzten zwei Jahren immer wieder verwirklicht. Bei Besuchen in ökonomisch weniger begünstigten Orten wurde ausserdem deutlich, dass die Praktiken und Methoden von «Hackteria» auch für institutionalisierte Bildungsinstitutionen von grossem Nutzen sein können. Damit gewinnt das künstlerische Vorhaben eine soziale und pädagogische Relevanz, die weiter erkundet werden soll.

Als Folgeprojekt einer Lab-Woche zieht das «HackteriaLab» für ein Wochenende in den Kunstraum Walcheturm. An Mini-Workshops erhalten Künstlerinnen, Bastler und Hobbyforschende einen Einblick in die Methoden von «Hackteria» und in verschiedene Aktivitäten im Gebiet der Bio-Kunst und an den Schnittstellen zwischen Biologie und Neuen Medien. Einfache Tools können gebaut werden: mit Hacking-Methoden zum Beispiel aus einer beliebigen Webcam ein digitales Mikroskop. Es sind keine Vorkenntnisse nötig und einzelne Workshops richten sich spezifisch an Kinder und Jugendliche. Ein vielseitiges Bioelektronik-Labor mit Material, lebenden Organismen und dem Know-How aller Teilnehmenden steht zur Verfügung. An einer öffentlichen Veranstaltung werden die Projekte, Erfindungen und Erkenntnisse aus der Lab-Woche vorgestellt (Samstag). An einer moderierten Diskussion werden nach der Beziehung zwischen Kunst und Wissenschaft und den ethischen, politischen und sozialen Implikationen von DIY-Biologie und DIY-Kultur im Allgemeinen gefragt (Sonntag). Aus den Outputs der Lab-Woche (Apparaturen, Artefakte, Objekte, New-Media-Documents u.v.m.) entsteht im Kunstraum Walcheturm eine kollaborative «LabSculpture». Via Video und Online Medien werden die Aktivitäten und Ergebnisse dokumentiert.
 
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