ensemble montainge

Konzert

Freitag 03.04.2020   20:00

Ensemble Montaigne - Isabel

Ensemble Montaigne
Julianna Wetzel, Flöte 
Peter Vögeli, Oboe 
Nicola Katz, Klarinette 
Patricia Pazos Pintor, Fagott 
Andrea Rüegge, Horn 
n.n., Violine
Claudia Kienzler, Violine 
Markus Wieser, Viola 
n.n., Violoncello 
Diego Caruso, Kontrabass
Andreas Brenner, künstlerische Leitung

Programm:
René Leibowitz (1913–1972) - Kanons
Constant Lambert (1905–1951) - Eight Poems of Li Po (1928)
René Leibowitz - Kammerkonzert (1944)
Alan Rawsthorne (1905–1971) - Concerto for ten instruments
René Leibowitz - Suite pour 9 instruments (1967)

Was haben die Komponisten René Leibowitz, Constant Lambert und Alan Rawsthorne gemeinsam? Ihr Name ist Isabel. Die 1912 geborene Künstlerin übte eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf so manchen Mann aus. Pablo Picasso oder Francis Bacon haben sie dutzendfach porträtiert. Für Alberto Giacometti war sie die unerfüllte Liebe seines Lebens – denn verheiratet war sie mit Lambert und Rawsthorne. Dieses Konzertprogramm steht also unter dem Stern einer gemeinsamen Inspirationsquelle der Komponisten. Und gekannt haben sich die Herren bestimmt… im Paris der 1930er-Jahre kannte jeder jeden – und alle kannten sie Isabel!

Ein Konzert der IGNM Zentraschweiz

Eintritt: CHF 30.- /10.-

Ensemble Montaigne - Isabel

Was haben die Komponisten René Leibowitz, Constant Lambert und Alan Rawsthorne gemeinsam? Ihr Name ist Isabel. Die 1912 geborene Künstlerin übte eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf so manchen Mann aus. Pablo Picasso oder Francis Bacon haben sie dutzendfach porträtiert. Für Alberto Giacometti war sie die unerfüllte Liebe seines Lebens – denn verheiratet war sie mit Lambert und Rawsthorne.

In seiner Giacometti-Standardbiographie beschreibt James Lord das Schlüsselereignis seiner unmöglichen Liebe: Am 18. Oktober 1938 begleitete Alberto Isabel in Paris zu ihrem Hotel. Er konnte sich nicht dazu durchringen, ihr seine Gefühle zu gestehen, sagte stattdessen nur: «Je pedrs absolument pied.» – «Ich verliere vollkommen den Halt.» Wenige Augenblicke später wurde er von einem Auto angefahren, sein Fuss war gebrochen.

1928, erst 23jährig und lange vor seiner Ehe mit Isabel, vertonte Constant Lambert Gedichte des bedeutenden chinesischen Dichters Li Po in «Eight Poems by Li Po». Die knappe Einfachheit der Texte aus dem 8. Jahrhundert überträgt Lambert in eine elegante Musik, die von der Mischung aus geschmackvoller Kürze und zarter Farbigkeit lebt.

Alan Rawsthorne komponierte vermutlich während seiner Ehe mit Isabel (die beiden zogen sich Anfang der 50er-Jahre in ein Cottage im englischen Essex zurück) sein «Concerto for 10 instruments». Das viersätzige Werk steht dem neoklassizistischen Stil nahe und begeistert durch seine und Kompaktheit und die entrückten Klangschichtungen im letzten, langsamen Satz.

Mit René Leibowitz war Isabel zwar nicht verheiratet, die beiden hatten aber in den frühen 1940er-Jahren eine Affäre. So flankieren drei seiner Werke im Konzertprogramm die Musik von Isabels Ehemännern. Leibowitz’ Musik bildet einen spannenden Kontrast zur britisch-klassizistischen Klangsprache von Lambert und Rawsthrone – er gehörte zu den vehementesten französischen Vertretern der Kompositionslehre Arnold Schönbergs. Zudem wird Leibowitz als Komponist nach wie vor eher selten rezipiert; viel bekannter ist er als Lehrer (zu seinen Schülern gehörte Pierre Boulez) und Dirigent. Seine Gesamtaufnahme der Beethoven-Sinfonien von 1961 gilt bis heute als Qualitätsreferenz.

Neben den frühen «Kanons» und dem Kammerkonzert von 1944 entstammt die «Suite pour 9 Instruments» op. 81 aus dem Jahr 1967 seinem letzten Lebensabschnitt. Sie zeugt von Leibowitz’ feinem, auf intensiver Erfahrung gründendem Gespür für Instrumentation und formaler Konzentriertheit. Übrigens: Ob sich Giacometti und Leibowitz, Lambert und Rawsthrone gekannt haben? Sicher. Im Paris der 1930er-Jahre kannte jeder jeden – und alle kannten sie Isabel.